Anrollen auf der Waldstraße

aktion politik

Anrollen auf der Waldstraße

14.7.2023 16.30 Uhr Treffpunkt Bahnunterführung

Mit dem Anrollen am 14.7.23 beginnt in Offenbach die Umsetzung der Vereinbarung für eine fahrradfreundliche Stadt Offenbach am Main. In einem einjährigen Probebetrieb zwischen Bleichstraße und Friedrichsring beziehungsweise Hessenring steht für Radfahrende eine eigene Spur in jede Fahrtrichtung zur Verfügung. Damit wird die erste größere Maßnahme des Radentscheids zur Verbesserung des Radverkehrs sichtbar. Wir freuen uns sehr. Fast genau drei Jahre, nachdem wir mit dem PopUp Radweg auf der Waldstraße demonstriert haben, dass ein Radweg auf der Waldstraße möglich ist, wird nun unsere Vision Realität. Gemeinsames Handeln im Radentscheidteam, die Unterschriften von 5854 Bürgerinnen und Bürgern sowie die Zusammenarbeit mit der Stadt Offenbach haben es möglich gemacht, diesen wichtigen Schritt zu gehen.

Neben den Radfahrenden in Offenbach profitieren auch die Anwohner:innen der Waldstraße stark von der Maßnahme. Bürgermeisterin Sabine Groß und Radentscheidsprecher Jochen Teichmann haben die ansässigen Betriebe, Einrichtungen und Anwohner:innen besucht und Stimmen gesammelt:

Stimmen der Anliegerinnen und Anlieger: Gesundheitskasse AOK, Riyad Salhi, Pressestelle: „Jede sinnvolle Maßnahme, die eine Stadt in die Nahverkehrsmobilität investiert, wird sich auszahlen. Insofern begrüßen wir die Initiative der Stadt Offenbach, die ja auch zu den Zielen im Nationalen Radverkehrsplan 3.0 passt.“

Sebastian Wasserka, Schulleiter der Albert-Schweitzer-Schule: „Offenbach ist eine Großstadt auf kleiner Fläche. Schulen innerhalb des Stadtgebietes, z. B. die ASS, können häufig problemlos per Fahrrad erreicht werden. Hierfür sind der Ausbau und die Instandhaltung von Fahrradwegen besonders wichtig. Im Sinne einer nachhaltigen Umgestaltung Offenbachs mit Blick auf ökologische Aspekte befürwortet die Schulgemeinde der ASS daher die Planung und den Bau eines Fahrradwegs an der Waldstraße."

Die Schülervertretung der Albert-Schweitzer-Schule: „Sichere Schulwege sind für uns Schülerinnen und Schüler essentiell. An der Albert-Schweitzer-Schule kommen Mitschülerinnen und Mitschüler mit dem Fahrrad zur Schule, damit sind sie auf sichere und gute Radwege angewiesen. Mit der Hoffnung auf weniger Lärm und Feinstaubbelastung für eine angenehme Lernumgebung und der zu gewinnenden Sicherheit für alle Schülerinnen und Schüler, blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.“

Jürgen Nußbaumer von der Metzgerei Nußbaumer: „In der Metzgerei sind die Kundinnen und Kunden für uns das Wichtigste. Wenn durch den neuen Proberadstreifen weniger Lärm auf der Straße herrscht, freuen sich auch meine Kunden und mein Team. Einige Kunden kommen ja auch mit dem Fahrrad zu uns. Daher begrüßen wir diese Maßnahme auf der Waldstraße. Die Fahrradspur richtet sich nicht gegen die Autowelt – wir müssen uns den Platz in der Stadt teilen.“

Gemeindevorstand der El-Fath Moschee: „Wir freuen uns über eine neue Radspur auf der Waldstraße im Verkehrsversuch. Viele unserer Gemeindemitglieder wohnen in der Innenstadt oder in den Außenbezirken und kommen von dort mit dem Fahrrad zu uns in die Moschee. Die Waldstraße ist stark befahren und daher sie müssen gut aufpassen. Ein Radweg bedeutet mehr Sicherheit für uns und unsere Mitglieder auf dem Fahrrad. Auch über weniger Lärm und Abgase, wenn wir die Fenster öffnen, freuen wir uns.“

Kita Mirjamgemeinde, Tanja Kunz, Leiterin der Kita: „Als Eltern der Kinder, die die Kindertagesstätte der Evangelischen Mirjamgemeinde an der Lutherkirche besuchen und als pädagogische Fachkräfte, die in der Kindertagesstätte arbeiten, möchten wir unsere große Unterstützung für den geplanten Probebetrieb einer Fahrradspur auf der Waldstraße zum Ausdruck bringen, die direkt an unserer Einrichtung vorbeiführt. Wir sind überzeugt, dass diese Maßnahme einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für unsere Kinder und uns allen leistet. Der Einsatz einer dedizierten Fahrradspur, die speziell für den Fahrradverkehr abgesichert ist, schafft eine klare Trennung zwischen Autos und Radfahrern. Dadurch wird das Unfallrisiko reduziert und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere unserer Kinder, erhöht. Dadurch ermutigt eine Fahrradspur auch die Familien dazu, das Fahrrad als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel zu nutzen. Das trägt nicht nur zur Entlastung des Verkehrs bei, sondern fördert auch die körperliche Gesundheit und Fitness unserer Kinder. Der geplante Probebetrieb bietet die Möglichkeit, die Auswirkungen und den Nutzen einer Fahrradspur in direkter Nähe unserer Kindertagesstätte zu testen. Wir hoffen, dass die positiven Ergebnisse dieser Testphase die Grundlage für eine dauerhafte Implementierung schaffen werden. Abschließend möchten wir uns bei allen Verantwortlichen bedanken, die sich für die Sicherheit unserer Kinder einsetzen und innovative Lösungen wie die Fahrradspur fördern. Wir unterstützen dieses Vorhaben voll und ganz und hoffen auf eine erfolgreiche Umsetzung zum Wohle unserer Kinder und der gesamten Gemeinschaft.“

Evangelische Mirjamgemeinde Offenbach, Louisa Frederking, Pfarrerin: „Wir, der Kirchenvorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mirjamgemeinde begrüßen eine Einführung einer Fahrradspur auf der Waldstraße. Viele der Menschen, die in der Lutherkirche wirken und arbeiten – Gottesdienstbesucher*innen, Ehrenamtliche, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitglieder der Kantorei, Eltern, die ihre Kinder von Veranstaltungen abholen – kommen mit dem Fahrrad. Auf unserem Areal haben wir zahlreiche Fahrradständer aufgestellt, die immer sehr gut genutzt werden. Die Waldstraße ist eine Hauptverkehrsachse der Stadt Offenbach. Je mehr Menschen Fahrrad fahren, umso sicherer wird das Fahrradfahren. Straßen sollen als öffentlicher Raum wahrgenommen werden, nicht nur als Verkehrsachse für Autofahrerinnen und Autofahrer. Daher befürworten wir, die Waldstraße durch das Errichten einer Spur für Radfahrerinnen und Radfahrer zu sichern.“

Häufig hören wir von Kritiker:innen den Vorschlag, den Radverkehr statt über Hauptverkehrsstraßen über Nebenstraßen, sog. „Parallelrouten“ zu führen. So würden Rad- und Kraftverkehr getrennt und trotzdem attraktive Radverbindungen geschaffen. Auch wenn diese Logik auf den ersten Blick schlüssig scheint, lehnen wir dies ab. Radfahren muss auf allen Straßen möglich sein.

Denn:

  • Hauptstraßen sind schnell und einfach zu finden.
  • An Hauptstraßen befinden sich die attraktiven Ziele.
  • Hauptstraßen profitieren am meisten von einer Reduktion des Kraftverkehrs.

Hier der Link zur Hauptstraßenargumentation Warum wir auf die Hauptstraßen wollen.

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